Der Verein senkt den Mitglieder-beitrag auf 500 Euro

Der Verein senkt den Mitglieder-beitrag auf 500 Euro

Zwischen dem Inkrafttreten des § 217 StGB und der Nichtigerklärung durch das Bundesverfassungsgericht am 26.02.2020 vergingen mehr als vier Jahre. Unser Verein war nahe an der Insolvenz. Nach dem 26.02.2020 kamen etliche neue Mitglieder zu uns. Ihnen verdanken wir, dass unsere Finanzlage wieder solide ist.

Mittlerweile schwirren durch das mediale Berlin ca. 10 Gesetzentwürfe, die dasselbe Ziel wie § 217 StGB verfolgen: Sterbehilfevereine zu verbieten. Karl Lauterbach beispielsweise will mit seinem Gesetzentwurf erreichen, „dass mir persönlich moralisch suspekte Sterbehilfevereine verboten werden können.“ (pro-medienmagazin.de vom 31.03.2021.)

Bis jetzt wurde zwar keiner dieser Entwürfe in den Bundestag eingebracht. Wegen der Bundestagswahl passiert dieses Jahr nicht mehr viel. Das gilt auch für den Entwurf des Gesundheitsministeriums, der den assistierten Suizid noch schärfer pönalisiert als der verfassungswidrige § 217 StGB. Der neue Bundestag wird wohl dasselbe tun, was der alte im Jahre 2015 tat: ein verfassungswidriges Verbotsgesetz beschliessen.

Unsere Verfassungsbeschwerde dagegen mag dann wieder vier Jahre dauern. Aber diesmal sind wir organisatorisch und finanziell besser gerüstet als 2015.

Unser Verein sitzt in Zürich, ausserhalb der Reichweite des deutschen Gesetzgebers. Wir halten uns an unser Versprechen: Der Mitgliederbeitrag wird ab sofort gesenkt, damit sich auch diejenigen angesprochen fühlen, die keine 2’000 Euro haben. Alternativ zur Lebenszeit-Mitgliedschaft für € 500 kann man eine Jahres-Mitgliedschaft für € 50 abschliessen.

„Würde und Selbstbestimmung am Lebensende dürfen nicht vom Geld abhängen.“

Mit der heutigen Beitragssenkung dokumentiert unser Verein, dass er auch in schwierigen Zeiten seine Ideale nicht vergisst. Unsere Vereinsmitglieder können sich auf uns verlassen – und auch alle anderen Menschen in Deutschland, denen ein Verfassungsgerichts-Urteil mehr bedeutet als die Winkelzüge einiger Funktionäre aus Politik, Kirchen und Ärzteschaft.

Jakub Jaros, Geschäftsführer des Vereins